Reisefreude 

Wie schön, alles ist wie früher. Alle waren wieder mit dabei. Und mein favorisierter Touristentyp von allen ist auch Jahre später noch konsequent in der Ignoranz von Durchsagen, Anschnallzeichen und Linien am Gepäckband geblieben. Ich mag Beständigkeit. Der Tisch wird ausgeklappt sobald der Flieger den Boden verlassen hat, um aufs Essen vorbereitet zu sein. Es ist doch schließlich inklusive und die Flugbegleiter sind bereits 28 Reihen von uns entfernt. Das dauert also nur noch knapp 45 Minuten bis serviert wird. Aber Vorbereitung ist bekanntlich alles. So wird sich auch nach der Landung  von Reihe 76 in 54 gedrängelt um das Handgepäck zu holen. Noch immer hat ihm keiner gesagt, dass er zwangsläufig auf dem Weg nach draußen dort vorbeikommt.

Ein Traum. Ein Traum waren auch diese hoffnungsvollen Gesichtsausdrücke der Passagiere als wir das Flugzeug betraten. Jeder hoffte wir sitzen nicht in seiner Nähe. Es wurde mit dem Adlerauge direkt gescannt, ob im näheren Umfeld noch 4 Sitze frei sind. Möglichkeiten für einen Platzwechsel durchgespielt. Hektisch nach den Ohropax gesucht. Sie versuchten sich dabei unauffällig zu verhalten. Das gelang nicht.

Ich weiß gar nicht was die alle haben. Es lagen doch nur 34:56 gemeinsame Stunden vor uns. Und da ist jetzt die Vollsperrung der A7 auf dem Hinweg noch nicht mit drin. In Jans Fundus von klugen Sprüchen findet man sicher sowas wie der Weg ist das Ziel. Bisher nur eine Vermutung, er hat sich dazu nämlich überraschenderweise noch nicht geäußert.

Endlich gingen die Anschnallzeichen aus. Unsere Nachbarn haben sich ihrem Schicksal ergeben. Es gibt Weißwein & Wifi. Die Stewardessen stürzen sich auf Ida. Die Zuneigung  war einseitig. Inzwischen hat sich auch die Flugbegleitung mit dem Abendessen zu uns durchgekämpft.

Dann machten wir einen Fehler. Wir klappten die Tische runter. Chicken or lamb? Orange or apple? Water? Alles ging so schnell. Ich weiß nicht wie wir uns das vorgestellt hatten. Ich glaub gar nicht. 4 Tablets. 6 Getränke. Alles gleichzeitig. Gefangen im Sitz. Und dann kommt noch jemand und fragt, ob du Tee oder Kaffee haben möchtest. Dein Ernst jetzt? Doch wir überlebten & durch die Setzung der richtigen Prioritäten haben wir zumindest den Weißwein nicht verschüttet.

Ida erfreute sich währenddessen an ihrer heißen Banane. Die wurde von der Stewardess so liebevoll serviert. Das Bio-Kürbis-Kartoffelgratin blieb indessen kalt. Muss ein kulturelles Ding sein. Aber die Kleine soll mal froh sein, dass es noch was gab. Das Bio-Kürbis-Kartoffegratin wurde nämlich beim Einchecken bei drei Maschinen positiv auf Sprengstoff getestet. Abgeführt haben sie mich. Vor versammelter Mannschaft. Vielleicht auch deswegen die nervösen Blicke als wir das Flugzeug betraten. Vielleicht waren es gar nicht die Kinder.

So steckte ich in einen abgeschlossenen Raum mit schwer bewaffneten Männern, die  mein Einkaufserlebnis bei Rossmann durchleuchteten. Für das Apfel-Vollkornmüsli konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Bei dem Bio-Kürbis-Zeug handelte es sich eindeutig um Sprengstoff. Ich durfte boarden. Samt Kürbis. Scheinbar mit der Prämisse, dass es nicht erhitzt wird.

Wir sind inzwischen angekommen. Es war echt nett. Auch Attis Bombe in Jacuzzi nachts halb drei. Unsere Sitznachbarn haben sich bei unseren Kindern bedankt. Und Atti bei den Passagieren der hinteren Reihen, die ihr Handgepäck auf dem Weg nach draußen eingesammelt haben.

thank you for traveling with Emirates.

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2 Gedanken zu “Reisefreude 

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