Safe. 

„Findest du ich sehe sauber aus?“ Ich weiß nicht, aber ich kann dir sagen was ich rieche. Die Theorie, seine Haut passe sich an geänderte HygieneVerhältnisse äußerst vorbildlich an, verfestigt sich mit jedem Tag unserer Reise.

Wir haben uns inzwischen in unserem japanischen Kleinwagen häuslich eingerichtet. Vier Tonnen an gesammelten Steinen, Muscheln und Stöckern. Vaddi kommt ständig mit vollen Tüten vom Strand. Schafwolle, aus eigener Produktion. Tote Krabben. Sie bekamen einen Namen und werden gehegt, gepflegt und in jeder Tupper einmal aufbewahrt. Später gehen dann wieder die Reste der Spaghetti Bolognese rein.

Auf Reisen entwickelt Janni neben neuen Geruchserlebnissen auch eine nie dagewesene Hektik. In sich ruhend war er gestern. Ist es der Drang nach einer Dusche, die ihn treibt? Er will nicht hetzen. Aber wir müssen los.

Unsere Weiterreise war auch wohl eine der besten Entscheidungen. Vorgestern waren wir noch in Kaikoura, sind mit Delfinen geschwommen, haben wieder Orkas aus unseren Bett gesehen, und blieben für mehrere Tage, weil es so schön war.

Wir sind inzwischen etwas weiter südlich, als kurz nach Mitternacht unser Bett plötzlich bebte. Weil es so regnete hatten wir endlich mal eins. Es folgten Anrufe von Freunden, die mehr wussten als wir und schließlich der offizielle Aufruf sich aus Küstenregionen dringend zu entfernen.

Draußen war alles ruhig. Komisch ruhig für solch einen Katastrophenalarm. Es war inzwischen 1:30 Uhr. Und unsere erste selbstorganisierte Erdbeben-Tsunami-Evakuierungsaktion. Wir haben die Kinder eingepackt. Tabak und ein Ladekabel. Die KitKats waren ja schon wieder alle. Und sind gefahren. Auf den höchsten Punkt, den unser kleines Städtchen zu bieten hatte. Atti hatte für das Erdbeben ein paar scharfe Worte parat. Mama, das nächste Mal das mit dem Erdbeben bitte erst nach dem Frühstück. So ginge das nicht, sagte er. Er hat schließlich noch geschlafen. Ida pennt immer noch.

Nach einer schlaflosen Nacht auf dem Berg sind wir müde. Und safe. Hier ist Entwarnung gegeben. Aber Kaikoura ist von beiden Seiten abgeschnitten. Erdrutsche, zerstörte Straßen, keine Versorgung mit Wasser oder Lebensmitteln.

Wir dachten nach Schottland kann uns nichts mehr schocken. Und nun sitzen wir hier. Vor unserem beschlagenen Fenster. Bei Starkregen. In unserer übersichtlichen 2,5m2 Kabine auf einem Campingplatz, die auch noch das Konto endgültig leer räumt. Es regnet mal wieder so sehr, dass wir nicht im Zelt schlafen können ohne den Kinderschutzbund auf der Matte zu haben. Hinzu kommen die antarktischen Südwinde. So haben wir uns das irgendwie nicht vorgestellt.

Und dann sehen wir die Bilder aus Kaikoura. Da, wo wir grad herkommen. Uns wird ganz anders. Wen stört da noch der Regen, oder unverschämte Unterkunftspreise und das leere Konto. Schließlich schießt auch unsere  Tochter um die Ecke. Wieder so schnell; dass es nur noch scheppert. Sie grinst. Aus dem Mundwinkel schaut noch die Zange von Konny hervor.

Janni hat inzwischen geduscht. Und die Krabbe war schließlich vorher schon tot. Es könnte echt alles schlimmer sein. 

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