Auszeit

Mama, I’ll just go over there. I need some Eric time. Ok?

Ja klar, Schatz. Überhaupt kein Thema, kann ich total nachvollziehen. Hatte ich seit 2012 nicht mehr. Und ich meine welcher 3jährige braucht nicht mal ein bisschen Zeit für sich.

Das neuseeländische Wetter ist weiterhin beständig schlecht. Alles steht unter Wasser. Wir werden das Gefühl nicht los, die Mafia von Elternratgebern hat seine Finger im Spiel. In der einen Zeitschrift, die vor unserer Abreise beim Kinderarzt auslag, stand noch wie man als gute Eltern mit Kindern Urlaub macht. Wir hatten ganz was anderes geplant.

Wir sind nun auf der Scenic Route Richtung Südspitze. Hier gibt es hunderte von Highlights rechts und links des Weges. Nur eine kurze Wanderung. Perfekt denkt man. Können wir immer wieder mal anhalten. Bei dem Wetter ist an was mehrtägiges nicht zu denken. 

Dann kam die Realität. Wir reisen mit Kindern. Die Realität von Thermobody & Strumpfhose. Bevor die im Chaos des Autos aufzufinden sind, ist die erste viertel Stunde um. Darüber das Outdoor Outfit. Eine Daunenjacke gegen die Polarwinde. Geschützt von wasserdichter Kleidung. Mütze. Stiefel. Schal. Hunger. Durst. Pullern. Volle Windel. Logischerweise erst nachdem die 6 Schichten angepult sind. Ein knapp längerer Spaziergang als die statische ermittelte von Rundreisern durchschnittlich zurückgelegte  Entfernung vom Bus folgt. Das ganze wiederholt sich auf dem Weg. Mit dem Unterschied, dass die Klamotten nach dem ersten Stopp nass von der quer durchs Auto gespannten Wäscheleine tropfen und so schneller auffindbar sind. Drei ausgewogene Mahlzeiten sowie die frühkindliche Förderung durch Musik runden unseren Alltag ab. 

Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis und spätestens nach so einem Tag braucht jeder etwas Zeit für sich. Janni verbringt seine Freizeit mit seinem neuen Rasierer im Bad. Hat er zum 36. Geburtstag bekommen. Wenn wir dann noch wifi haben, laufen parallel YouTube Videos über Rasiertechniken. Beziehungsweise über die generelle Bedienung eines Rasierapparates. Komplimente für seinen Bartwuchs hat er aber inzwischen auch schon zahlreich bekommen. Das motiviert. Es waren bestimmt schon sieben. Eins für diese Verwegenheit. Die anderen sechs für seinen Mut zur Lücke. Na er lässt aber auch erst seit Ende Juni wachsen. Da kann man im November keinen Vollbart erwarten.

Unser Zelt hat auch eine unerwünschte Auszeit und Atti wurde zur Entlastung der Schlechtwetterkasse erneut ins Motel eingeschmuggelt. Er sitzt nun illegal auf dem Sofa. Wenn er das wüsste… Draußen schlafen würde er allerdings sicher auch nicht wollen. Er inhaliert somit zufrieden seine übriggebliebene Bio-Dinkelstange aus der Lunchbox.

„Mama?“

„- Hm? “

„I need to finish my special treat before Papa comes back. You know what he is like! […] Oh, and Mama, please don’t say ‚hm‘. It’s  ‚Pardon me‘.

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