Elternabend 

Das Reisen mit Kindern. An sich schon  ein Erlebnis. Vor allem aber dann, wenn man auf die Eltern trifft. 

Leute glauben scheinbar, man hat direkt was gemeinsam. Wir haben ja schließlich auch Kinder. Aber ich sag Euch, alles was uns verbindet, ist der von uns neben unser Auto geschleppte Tisch. An dem ihr nicht näher hättet parken können. Und an dem ihr euch jetzt mit Eurem mobilen Hochstuhl nicht breiter hättet machen können. Es waren ja auch nur vier andere noch frei. 

„Flöööööckchen….! Flöckchen schau mal ein Hündchen!“ Flöckchen?! Sie nennen ihr Kind Flöckchen. Das muss ich erstmal sacken lassen. Flöckchen. Ich dachte tatsächlich Jason & Jeremy von letzter Woche hat es schlecht getroffen. Nein. Es geht immer schlimmer. Und sie reißen damit meine alten Wunden auf. Ich dachte ich bin drüber weg. Aber es ist, als ob es gestern war. Als ich mit anderen Muttis im Kreis gesessen hab, und in der Vorstellungsrunde unsere Namen Nebensache waren. Stattdessen ging es um unsere Gefühle als Mutter. Geburtsverletzungen. Und diese Pickel am Po von Lennox. Die hatte mein kleiner Schatz auch schon. Gibt’s ja nicht. Und sieh da, schon hatten sich Freunde gefunden. Wie Pickel verbinden können. Ich bin nie wieder hingegangen. Gesprächskreise sind einfach nicht mein Ding. Ich bin wohl einfach zu asozial dafür.

Genau so asozial bin ich nicht nur im Kreis. Unter Umständen auch in einer Sitzreihe auf einer Holzbank. Damit wir den romantischen Seeblick genießen können, setzen wir uns wie selbstverständlich alle auf eine Seite der Bank. Der mobile Hochstuhl mittig. Sonst  hat Flöckchen ja keinen Meerblick.  

Unser Sohn kommt nun in ein Alter, in dem er Kinder zu seinem Geburtstag einladen möchte. Ach du Himmelswillen. Das war doch immer schön mit Matti und Nils. Seit Wochen redet er über nix anderes mehr. Ist wirklich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nicht mehr seine Freunde nach der Sympathie der Mutter aussuche? Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit Flöckchen, der kleinen Partymaus an unserer Waffel-Tafel.  

Je näher der Tag rückt, desto nervöser werde ich. Jan hat schon angekündigt, dass er voraussichtlich lange arbeiten muss. Darüber müssen wir wohl noch mal reden. Erstmal reisen wir schnell weiter. Der Bio-Dinkel-Brei ist bei unseren Nachbarn noch nicht auf die von der WHO empfohlene Temperatur abgekühlt. Das sollte uns einen sicheren Vorsprung geben… 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s